Mut, Kraft, Weiblichkeit (Schiefer, Hrsg.)

Die Anthologie mit dem Titel „Mut, Kraft, Weiblichkeit“ vereint Texte von elf österreichischen AutorInnen. Die Texte stehen mit dem Verlagsnamen in Bezug. Der Einband des Buches wurde aus Bananenpapier hergestellt.

AutorInnen der Texte sind:
Renate Aichinger, Thomas Ballhausen, Natascha Gangl, Hermann Niklas, Philipp Röding, Wolfgang Hermann, Maria Seisenbacher,
Andreas Stangl, Sophie Reyer, Andrea Stift und Alexander Micheuz.

Die Illustrationen stammen von Matthias Schmidt, die Fotoarbeiten von Bernadette Schiefer. Gestaltet wurde das Buch von Josef Fürpaß. Die Stoffsäckchen wurden von Martina Pichler genäht. 


Bernadette Schiefer (Hrsg.): Mut, Kraft, Weiblichkeit. Eine Anthologie. // Verlag Yara Edition // ISBN 978-3-9503202-0-6 // 70 Seiten // 155 x 218 MM// Hardcover // handgebunden // 25 Euro // Oktober 2011


Die Anthologie ist handgebunden sowie broschiert erhältlich.

Preise: handgebunden mit Stoffsäckchen: 25 Euro; brosch.: 12 Euro

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„Аз und tú“  (Lyrik)  von Zwetelina Damjanova


 

 

Irgendwann, als sie zu schreiben begann, habe sie unbewusst die deutsche Sprache für ihre Texte gewählt, so Zwetelina Damjanova. Neben dem Deutschen sind Bulgarisch und Spanisch zwei weitere Sprachen, die sie auch zu ihren Muttersprachen zählt. Die Texte erzählten sich in diesen Sprachen quasi wie von selbst: aber dies nur sehr zögerlich. So schrieb Zwetelina Damjanova sonst immer Texte, die sich mit ihrem kulturellen Hintergrund, mit der Erfahrungen der Kindheit auseinandersetzten auf Bulgarisch, Liebesgedichte entstanden auf Spanisch und gegenwartsbezogenen Themen war das Deutsche vorbehalten.

 „Diese Grenzen standen zwischen den Inhalten und Sprachen, so, als ob sie sich diese selbst auferlegt hätte. Bis ich mir einmal erlaubte, das zu tun was ich in meinem Alltagsleben auch tue: die Sprachen zu mischen.“ 

Wenn die Gedanken in verschiedenen Sprachen kommen, muss man sie übersetzten, um einen sprachlich einheitlichen Text formen zu können. In dieser Form entstanden die ersten mehrsprachigen Texte, die nicht mehr Rücksicht darauf nehmen, wer sie liest.

 „Ich glaube, dass der Leser trotzdem immer zum Inhalt finden kann, über den Sprachklang, über die grafische Darstellung. Es sind andere Zugangsweisen, die nicht weniger direkt sein müssen, als die gewohnte Art des Lesens und Verstehens über die sprachliche Kompetenz.“

Den Kern des vorliegenden Gedichtbandes bilden siebenundzwanzig Texte, die in Bulgarisch, Spanisch und Deutsch geschrieben wurden. Die Texte bestehen aus drei Strophen zu je drei Versen, wobei jede Strophe in einer anderen Sprache geschrieben wurde. Danach wurde je eine Strophe in eine der drei Sprachen übersetzt.  Das heißt, dass jedes Gedicht auch nur in einer Sprache oder in zwei Sprachen gelesen werden kann.

 „Zu Beginn wollte ich die Grenzen der Sprachen verschwimmen lassen, sie sogar aufheben, nicht nur auf dem Papier, sondern auch in meinen Schreibimpulsen. Ich bin mit diesen drei Sprachen aufgewachsen und habe beim Schreiben bis dahin immer das Gefühl gehabt, eine Wahl treffen zu müssen, in welcher Sprache ein Text entstehen wird. Bei diesem Projekt habe ich mir die Freiheit genommen, alle drei Sprachen zu verwenden, so wie ich es auch im Leben tue.“

Die Übersetzung der Texte stellt eine weitere Auseinandersetzung mit den Sprachgrenzen dar. Sie eröffnet die Möglichkeit, zwischen den Sprachen zu lesen. Der Leser kann sich zwischen den Kulturen, den Emotionen, die durch die unterschiedlichen Sprachen entstehen,  bewegen, auch wenn er den Text nur in einer Sprache liest. Letztendlich steht hinter diesem Projekt auch der Versuch, aus den drei sprachlich verschiedenen Teilen ein einziges Gefüge entstehen zu lassen,

 

„das sich der Entscheidung widersetzt und lieber alles in sich aufnimmt, alles gültig sein lässt.“   Denn:

 „Die Mischung aus allen drei Sprachen ist eine weitere, mögliche vierte Dimension, in der das Leben stattfindet.“

Der Dichter Semier Insayif schreibt in seinem Vorwort „über poesie und ihre setzungen“:

 der hier versammelten gedichte zelebrieren lust, schmerz und leidenschaft der liebe, wie die geheimnisvolle sinnlichkeit jedes sprach- und sprechaktes selbst.  (…)

sprachverlust und sprachaneignungszeremonien lassen ihre blicke auf mund, finger, stimm und speichelschatten von wörtern, sätzen, sprachen und körpern fallen. ob sie die haut des geliebten anderen oder eines nächsten lautes entdecken ist ein geheimnis. ein zartes, aber auch ein gefeiertes, ein bis auf die haarwurzel vibrierendes und erdiges geheimnis.

Die siebenundzwanzig Gedichte Zwetelina Damjanovas lassen sich auch als einziges Gedicht lesen. Als Botschafter von „verlust, sehnsucht und ekstatischem zittern“.

Mit diesem Gedichtband ist der Dichterin und Übersetzerin Zwetlina Damjanova gelungen, Dicht, Sprach- und Übersetzungskunst auf eindrucksvolle Weise miteinander zu vereinen.

Alle verwendeten Zitate stammen von Zwetelina Damjanova, Wien 2010

 

Zwetelina Damjanova: „Аз und tú“ (Lyrik) // Verlag Edition Yara // ISBN 978-3-9503202-1-3 //  96 Seiten // Broschurbindung // handgebunden // Umschlag brauner Karton// Preis: 25 Euro

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Leseprobe:

Проговарям

Zu sprechen beginnen

 

La miel se vuelve caramelo oscuro. 

Atrapas mis manos, voz lejana,

caes del este sobre mis muñecas.



Der Honig wird zu dunklem Karamell.

Fängst meine Hände ein, ferne Stimme,

aus dem Osten fällst du auf meine Hände.


 

Кротко те чакам, мой глас, таен   

чакам те, както се чака дете  

и ето прокапваш, проточваш се сладко   

Ruhig warte ich auf dich, meine heimliche Stimme,

ich warte auf dich, wie man auf ein Kind wartet,

und siehe da, du tröpfelst, du streckst dich süß

  und bitterst an der Haut, in den

Krümmungen der Worte, verklebst das

Rad der Tagnächte und Nachttage.

 

Zwetelina Damjanova wurde 1979 in Sofia, Bulgarien geboren. Seit 1987 lebt sie in Wien und ist als Autorin und Übersetzerin tätig. An der Universität Wien hat sie Romanistik und vergleichende Literaturwissenschaft studiert. Seit 2009 ist sie Geschäftsführerin des Vereins „Wirtschaft für Integration“. Sie gründete 1998, mit einigen der jungen Autoren aus der Grazer Literaturwerk-statt die „Junge Literaturwerkstatt Wien“. Sie hat Lesungen gehalten in Wien, Graz, Frankenburg, Leipzig, Nationalrundfunk Sofia, Radio Rosario, Argentinien und in der Schweiz. Zwetelina Damjanova erhielt den ersten Preis für Lyrik beim Literaturwettbewerb „Schreiben zwischen den Kulturen '98”, sowie den ersten Preis beim „Jugend-Literaturwettbewerb Berlin 2002“ und den dritten Preis für Lyrik im Rahmen des internationalen Wettbewerbes für Poesie und Prosa „Nuevo Ser“ in Buenos Aires 2004. Sie veröffentlichte in Anthologien und Literaturzeitschriften in Österreich, Deutschland, Argentinien und Mexiko. Letzte Veröffentlichung: „Das binäre Leben“ in: Wienzeilen, Die interkulturelle Anthologie, Hrsg. Niemann, Fritz, Verlag Bibliothek der Provinz, 2009.

 

 

 


 

Anders als“ (Lyrik)  von Arild Vange



Übersetzt aus dem Norwegischen von Andrea Dobrowolski, mit Illustrationen von Josef Fürpaß.  

Arild Vange las auf Einladung des Verlages im Herbst 2012 in der Residenz des Norwegischen Botschafters in Wien und in der von Josef Fürpaß geleiteten Keplerkoje in Graz. Fotos und nähere Infos finden Sie bei den Kategorien "Veranstaltungen" und "Fotos."

Arild Vange „Anders als" (Lyrik) // Verlag Edition Yara // ISBN 978-3-9503202-3-2 // 47 Seiten // Broschurbindung // mit Zeichnungen von Josef Fürpaß// Preis: 12 Euro

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Nichts ist entschieden
Nada está decidido

Gedichte
Poemas

von Magali Saikin

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Bestellbar in Österreich:

Josef Fürpass,
Rastal 1,
A-8611 St. Katharein an der Laming;
This e-mail address is being protected from spambots. You need JavaScript enabled to view it.
0043 - (0) 3869-2532


... und in Deutschland:

Dr. Magali Saikin
Am Goldenen Steig 3
94034 Passau
Deutschland
This e-mail address is being protected from spambots. You need JavaScript enabled to view it.
www.magalisaikin.de




„Der Vogel war nur ein Vogel“ von Forough Farrokhzad

Ausgewählte Gedichte
Deutsch von Maryam Mohammadi und Bernadette Schiefer
Edition Yara 2013. Preis: 14,90 Euro


 

Mit „Der Vogel war nur ein Vogel“ von Forough Farrokhzad bringt die Edition Yara den vierten Lyrik-
band in kürzester Zeit heraus und bettet ihn optisch wie inhaltlich in ihre bisherigen Publikationen ein. 
Der Band entstand in Zusammenarbeit mit der in Graz ansässigen Organisation ISOP (Innovative Sozi-
alprojekte), die für Chancengleichheit, Inklusion und Diversität steht und vor allem mit Mitgrant(inn)en 
arbeitet. Die Gedichte wurden aus dem Farsi und Englischen ins Deutsche übertragen. In den Anmer-
kungen finden sich interessante Hinweise zum besseren Verständnis einzelner Passagen. Die Überset-
zerinnen haben sich für das Konzept der Wort-zur-Wort-Treue entschieden, vor allem erkennbar durch 
sich wörtlich wiederholende Passagen: „Mein Herz ist bedrückt. / Mein Herz ist bedrückt.“ Ein persön-
liches Nachwort von Bernadette Schiefer, die selbst Schriftstellerin ist, schließt den Lyrikband. 
Farrokhzad (1934–1967) war eine einflussreiche Dichterin im Iran und gilt heute noch als Kultfigur 
der persischen Gegenwartsdichtung. Sie hat diese nicht nur stark geprägt, sondern durch ihre kritische 
Poesie auch politisiert. Maryam Mohammadi fungiert für diesen Band nicht nur als Übersetzerin aus 
dem Farsi, sondern auch als Fotografin. Die Schwarz-Weiß-Bilder zeigen Alltägliches, das durch den 
Blick der Künstlerin zu poetischen Stationen wird. Passend zur Sprache der Dichterin, die mit alltäg-
lichen Worten und Bildern ein Dahinter heraufbeschwört und das scheinbar Bekannte entlarvt. Ge-
dachtes und Gelebtes scheinen nie deckungsgleich zu sein. Einerseits erhalten die Wörter eine tiefe 
Schwere, andererseits bricht die Dichterin sie auf das hinunter, was sie sind: Wörter. „Der Vogel war 
nur ein Vogel“ – das Leben, die Sprache sind das, was sie sind, nicht mehr, und gerade deshalb un-
durchdringlich und vielschichtig. Das lyrische Ich spricht zwischen Hoffnung („Einer, der wie niemand 
anderer ist“), wütender Resignation („Die Aufziehpuppe“), Widerstand („Allein die Stimme bleibt“) 
und Versöhnung mit sich selbst („Ein Fenster“). Gut, dass es einen weiteren Gedichtband in deutscher 
Sprache von dieser Dichterin gibt.
Maria Seisenbacher

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„bher[∂]" (Lyrik) von Maria Seisenbacher


Illustration: „Atisbando la Esperanza“, Öl auf Leinwand, 2008, Carlos Chavez     (© Carlos Chavez)


bher[∂] ist ein Gedichtband, der versucht den Ereignissen vor, nach und während der Geburt sprachlichen Ausdruck zu geben. In bher[∂] liegt die Sichtweise des Gebärens nicht nur in der Gebärenden und dem geborenen Menschen, sondern in deren Zusammenspiel. Es entsteht ein Zwischenraum von Anfang und Ende, wobei der Mensch bei der Geburt seinen eigenen Anfang setzt. Es kommt zu verschobenen Raumverhältnissen – innen und außen zersetzen sich und die Normalität hat keine Gültigkeit mehr.

Einstiegspunkt in den Gedichtband ist die etymologische Herkunft vom Wort gebären, das seine Wurzeln im indogermanischen Wort bher[∂] hat, das soviel bedeutet wie [sich] heben[sich] regen[sich] bewegen und auch tragenbringenholenhervorbringen. Diese Wörter bezeichnen körperliche Anstrengung und Bewegung und teilen den Gedichtband in drei Kapitel ein: in die Zeitspanne vor der Geburt (I. Heben), die Geburt selbst (II. Regen) und in die Zeit nach der Geburt (III. Bewegen) ein, obwohl diese ineinander übergehen.

Die Illustrationen des guatemaltekischen Malers Carlos Chavez geben den Texten einen neuen Rahmen und bauen so zwischen Sprache und Bild eine Brücke. Carlos Chavez, der in seiner Heimat bekannt für seine mythischen Bilder bekannt ist, überzeugt durch seinen einfachen wie klaren Stil.

Mit diesem Gedichtband ist es Autorin Maria Seisenbacher gelungen, das Geschehnis des Gebärens um einen neuen sprachlichen Ausdruck zu bereichern.

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Bild: Maria Seisenbacher © Sabine Ziegelwanger


Maria Seisenbacher

geboren 1978 in Wien, lebt und arbeitet in Wien.

Stationen u.a.:

Studium der Vergleichenden Literaturwissenschaft, Diplomierte Sozialpädagogin. Mitglied der „Wortwerft – intermedialer Literaturverein“, Co-Herausgeberin der Literaturzeitschrift Keine Delikatessen; www.wortwerft.atwww.keinedelikatessen.at

Auszeichnungen/Ehrungen/Preise:

Preise: u.a. Hans-Weigel-Literaturstipendium 2007/08, Theodor Körner Preis 2009.
Artist in Residence - Slowakei 2011.

Veröffentlichungen:  

Veröffentlichungen von Lyrik und Prosa in zahlreichen Zeitschriften (u.a. SterzLichtungen, Rokko´s Adventures) und Anthologien (u.a. poet[mag], Passage Verlag). Lesungen und Leseperformances.

Konfrontationen. Gedichte 2005-2007 gem. mit Hermann Niklas (Literaturedition Niederösterreich, 2009).

www.mariaseisenbacher.com

 

Maria Seisenbacher „bher[∂]“ (Lyrik)

Verlag Edition Yara // 64 Seiten // Broschurbindung // 5 farbige Illustrationen

ISBN 978-3-9503202-5-1 // September 2012

Preis: 14.90 Euro