Noura Kahn

Unverbrauchtes Licht


Grafik Rene Neunteufel

"Müde kommt er mir jetzt vor, dieser Tod, der auch keine Eintrittskarte hat, zu dem Geheimnis des Ursprungs. Wer trägt uns wohin? Wer lässt dich an den Blüten riechen, den Blüten der Königskinder? Wer benennt dir Vögel und lässt dich Anteil haben am duftenden Brot des Universums? Und du bist eins mit der Sonne, reist durch fremde Galaxien, bis zu dem Ort, wo Namen und Zahlen ihren Ursprung haben (...)" 

Den Tod eines geliebten Menschen mit wachen Augen zu begleiten, davon erzählt dieser Roman. Eine Liebesgeschichte zweier junger Menschen, deren kurze romantische Begegnung auf einer unbeschwerten Reise zu einer Konfrontation mit Verlust, Trauer und Angst wird. Der Schock über die Vergänglichkeit. Ein Anruf, ein letztes Gespräch, letzte Worte hallen durch den Äther. Jemand ist da, lebendig, voll Zärtlichkeit und Güte, Wochen später kniet man vor seinem Grab. Ist Liebe unsterblich? Was überlebt uns?
Kann die Begegnung mit einem Menschen, dem man sich zutiefst verbunden fühlt, den Graben der Zeit und des Todes überwinden? Wohin geht man, wenn man geht? Welche Lichtspur hinterlässt man?


Offene Fragen:
"Wer wacht über die Wolken?"
"Wer befiehlt dem Mond, aufzugehen?"
"Können wir teilhaben am Dialog des Kosmos?"
"Ist die Grenze des Lichts der Anfang der Dunkelheit?"
"Stirbt ein Stern, wenn du gehst?"

(...)

Du sagst: Halte die Zeit meines Lebens fest wie eine Schale reinen Goldes. Trinke mich, so wie ich dich trank, jeden Augenblick.


Noura Kahn

"Unverbrauchtes Licht"

Edition Yara 2017 // 143 Seiten// Taschenbuch

ISBN: 978-3-9504308-2-0

Preis: 16 Euro

Bestellen




Robin tom Rink

Lyrics


fotocredit Bernadette Schiefer


In case of losing you/

I will search the ocean for you

Ocean Wanderer

 

Das ist keine Musik, die einfach durchrauscht, das sind Songs für die eigene kleine Ewigkeit. Sehnsucht, Verzweiflung und immer wieder als Motiv das unendliche Meer. Wie passend. „Face underwater“ heißt es dann auch gleich zu Anfang. Robin tom Rink zieht den Hörer rein in die Nacht am Ufer, aber stellt ihm einen Stuhl dazu. So schaut man ins Schwarz, Gitarren und Meer rauschen – und dahinten war das nicht doch ein Licht - oder wieder bloß ein Irrtum? Eigentlich egal, denn diesen Künstler an diesen von ihm geschaffenen Ort hier begleiten zu dürfen, ist ja schon wie eine Heizung von innen. Wer braucht da noch Funken?

Text_ Linus Volkmann

 

Wenn man mich fragt, ob Musik das Leben verändern kann, würde ich sagen: Ja, das kann sie. Als ich zum ersten Mal Robin tom Rinks neue Platte „The Small Hours“ hörte, war ich ein wenig erschrocken. Es kam mir vor, als betrete ich eine innere Landschaft eines mir völlig fremden Menschen. Als wäre ich zu einem Kind geschrumpft, dem man einen Schlüssel zu einer geheimen Tür gegeben hätte, das Kind dreht den Schlüssel im Loch, erstaunt über das Zimmer mit den hohen Möbeln, alten Erinnerungen, vergessenem Schmerz oder liegengebliebenen Ängsten. Und da gibt es auch verlorenes Spielzeug und zerbrochene Illusionen, mit der Erinnerung an schönere Tage, deren Leichtigkeit schon verblasst ist, aber deren Verlust vielleicht weniger schmerzt (weil man in irgendeiner Ecke seines Selbst damit rechnete, dass es Kompromisse und Verluste geben wird, wollte man um das Geheimnis des Menschseins wissen.) Unschlüssig steht man jetzt da und weiß nicht, ob man weitergehen soll oder die Tür wieder verschließen. Man erinnert sich daran, dass man dieselbe Sehnsucht teilt, den Wunsch nach Meer, Weite, salziger Luft, schönen Menschen, unbeschwerten Augenblicken, Gelächter und Zufriedenheit. Ja, Musik kann das Leben verändern, wenn einem dadurch wieder bewusst wird, wohin man strebt, dass es eine Landschaft in uns gibt, die noch unverbaut ist und wo es noch ein erstes Licht gibt, ein Ursprungswort: Die Hoffnung, dass es Sinn macht, Schönheit zu zaubern, Landschaften aus Harmonien und Klängen entstehen zu lassen, Noten, die zu Inseln werden, Lieder, die Geschichten sind. Manchmal sind es nur Fragmente von Geschichten, ein neuer Weg auf einem Spaziergang durch einen Park, ein Lächeln in dem Gesicht eines geliebten Menschen, ein stummes Warten auf einem Stein, irgendwo an irgendeinem Ufer. Vielleicht kann Musik das noch viel besser ausdrücken als Texte, dieser Glaube, dass die Menschheit die Verbindung zu dem großen Klang noch nicht verloren hat, zum Kosmos, der uns umgibt und in uns und durch uns wächst, mit all seinen Schatten, Fragmenten und Ungereimtheiten, mitsamt der Trostlosigkeit und der Nacht, sodass Schöpfung jetzt passiert, hier und heute. Wenn einem das gelingt, ist es schön, und als Zuhörer bzw. als Zaungast eines fremden Lebens freut man sich, dass man einen kurzen Blick auf einen geheimen Ort werfen durfte, einen Ort der Entstehung der Töne, die wie aus einer Traumwelt in die Wirklichkeit rutschten, und man atmet erleichtert auf, bevor man die Tür wieder schließt. (bs)

 

Robin tom Rink, geboren 1982, lebt nach Aufenthalten in Berlin, Münster, Paris und Konstanz in Köln. Musiker und Textdichter. Spielt international Konzerte und Touren und wurde u.a. 2010 zum Eurosonic Noorderslag Festival nach Groningen eingeladen.

Veröffentlichungen:

Robin tom Rink- The Dilettante (2009; Viva Hate Records/Cargo)

Elyjah- Planet Planet (2009; KlimBim Records/Cargo)

Robin tom Rink- Thoughts From The Lighthouse (2010; Viva Hate Records/Cargo)

Robin tom Rink- The Shorelines-Live (2012; Solliciteur Records)

Robin tom Rink; The Small Hours (2017; Make My Day Records/Indigo)

Veröffentlichungen auf Samplern der Zeitschriften Rolling Stone und Visions.

http://www.robintomrink.com/

 

Robin tom Rink

 Lyrics“ 
 Verlag Edition Yara // 68 Seiten // Broschurbindung
 ISBN 978-3-9504308-1-3 //
 Preis: 8 Euro
 
Bestellen
 


Simulakren

Guillaume Métayer

Gedichte

Aus dem Französischem übersetzt von Andreas Unterweger


 fotocredit Bernadette Schiefer

 

Ein Ikarus

 

Ich, strahlenbekränzter Passant, verteile in den Straßen

Flugs das Lachen und erwecke die Freude,

Wandle auf dem See der Stadt,

All jenen, die tricksen, meine Arme zu öffnen

Und ihnen zu essen zu geben meinen Körper, mein Brot.

Trotzdem

Ein gefallener Engel bin ich auch,

In den schmutzigen Straßen suche ich auch,

Eine Art Heiland.


Wunderschöne Gedichte, die in ihrer Einfachheit und Tiefe erstaunen. Melancholie und Sprachwitz geben sich die Hand. Eine Entdeckungsreise durch eine andere Art von Paris.

Link zur Besprechung im FAQ-Magazine (Issue 40) von Thomas Ballhausen: http://faq-magazine.com/news/heimvorteil.html


Guillaume Métayer, geboren 1972, lebt in Paris. Lyriker, Übersetzer, Literatur- und Philosophiehistoriker. Veröffentlichungen u. a.: Fugues. Poèmes (Aumage 2002), Nietzsche et Voltaire. De la liberté de l'esprit et de la civilisation (Flammarion 2011). Übersetzungen aus dem Deutschen (Nietzsche, Kafka) und aus dem Ungarischen (István Kemény, Attila József und Krisztina Tóth). Auszeichnungen, u. a.: Prix Bagarry-Karatson, Prix Henri de Régnier (Académie française), Prix de l'Essai de la Revue des deux mondes.

 

Andreas Unterweger, geboren 1978 in Graz, lebt in Leibnitz.
Studium Germanistik/Französisch in Graz und Nantes. Seine Bücher erscheinen im Literaturverlag Droschl: Wie im Siebenten (2009), Du bist mein Meer (2011), Das kostbarste aller Geschenke (2013), Das gelbe Buch (2015). Würdigungen, u. a.: manuskripte-Preis des Landes Steiermark 2016, Projektstipendium für Literatur 2015/2016, Literatur-Preis der Akademie Graz 2009. www.andreasunterweger.at


Guillaume Métayer

Simulakren“ (Lyrik)

Verlag Edition Yara // 48 Seiten // Broschurbindung

ISBN 978-3-9504308-0-6 //

Preis: 8 Euro

Bestellen

 



Das Schattenhaus
Andreas Stangl
Gedichte


fotocredit Bernadette Schiefer

Der Gedichtband „Das Schattenhaus“ besteht aus 13 Gedichten, die in poetischen Bildern die Stimmung einer Reise wiedergeben. Die Gedichte wirken wie zur Sprache gewordene Erinnerungen, die an verschiedene Lebensstationen des Autors anknüpfen, der diese Momente seines Lebens durch seine Sprache neu, nachfühlbar bzw. mitlebbar macht.  Immer wieder taucht dabei das Motiv der Liebe auf, die Sehnsucht danach, ihr Verlust, die Frage nach der Möglichkeit und Unmöglichkeit eines heilsamen Miteinanders.

 
Schwarze Bienen

Schwarze Bienen in wildem Flug.

Rosen glühen im Sand.

Du bist ein brennendes Blütenblatt

auf dem Rücken

meiner Hand.

   

Die Zeit und das Meer

sind Zwillinge

und Drillinge

der Traum, der Sand und der Tod.

(„Der goldene Fisch“)

 

Die im Buch abgedruckten Fotos wurden vom Autor bei Strandspaziergängen auf der Insel Lauttasaari gemacht.  

 

Andreas Stangl

Das Schattenhaus“ (Lyrik)

Verlag Edition Yara // 32 Seiten // Broschurbindung // 8 Fotos

ISBN 978-3-9503202-2-0 //

Preis: 12 Euro

 

Bestellen

 

Andreas Stangl, Jahrgang 1966, lebt als freier Autor, Journalist und Musiker in seiner Geburtsstadt Graz. Nach langjährigen Aufenthalten als Handelsdiplomat und Nachrichtenkorrespondent in Italien, Deutschland, Finnland und Schweden widmet er sich jetzt verstärkt künstlerischen Tätigkeiten. Mit der Band ILMALA nahm er im Jahr 2012 die CD "Zwischen heut' und morgen" (Extraplatte, EX 846-2) mit Chansons nach Gedichten des steirisch-slowenischen Dichters Ernst Goll (1887-1912) auf. Andreas Stangl schreibt Lyrik und Prosa. Drei seiner Gedichte fanden Eingang in die Anthologie "Mut, Kraft und Weiblichkeit" (Edition Yara, 2011).


 fotocredit Bernadette Schiefer


 



ANTHOLOGIE: MEIN KIND IST EIN VOGERL

 (Unterweger/Schiefer, Hrsg.)


„Mein Kind ist ein Vogerl“ (Unterweger/Schiefer, Hrsg.)

mit Beiträgen von: Linda Stift, Maria Seisenbacher, Hermann Niklas, Verena Stauffer, Isabella Breier, Wolfgang Hermann, Andreas Unterweger, Bernadette Schiefer, Elke Laznia, Stefan Schmitzer, Semier Insayif, Zwetelina Damjanova, Johannes Gelich, Angelika Reitzer


fotocredit Bernadette Schiefer

Der von der österreichischen Autorin Bernadette Schiefer gegründete Verlag „Edition Yara“ gibt das Erscheinen der Anthologie „Mein Kind ist ein Vogerl“  bekannt.

Thema der Anthologie ist die Spannung zwischen Künstler- und Elternsein, wobei die Frage nach der Veränderung, die ein Leben mit Kindern bringt, im Mittelpunkt steht.

Ausgangspunkt war dabei die Frage nach der eigenen Identität als Autor/in und der Identität als Elternteil: Wie verändert sich das Schreiben durch die Existenz eines Kindes? Was bedeutet es, Künstler(in) und Mutter/Vater zu sein? Wie fließt die Anwesenheit der Kinder in die Texte ein, was ändert sich an Arbeitsalltag, Struktur? Wie lassen sich beide Identitäten miteinander (auch praktisch) vereinbaren? Und: Was für eine Welt wollen wir unseren Kindern hinterlassen? Was ist unser Erbe?

Wenn ein zweijähriger Sohn immer wieder den Schreibtisch, den Laptop und den Arbeitsplatz der Mama fotografiert, mit der Kamera aus allen möglichen Perspektiven einfängt, oder die begehrten Zetteln durch das Haus fegt, sie dann die Stiegen hinunter purzeln und die Wörter somit „vogelfrei“ werden.. was tut das dann mit uns, was mit unserer Sprache?

Und wie gehen Kinder mit AutorInnen als Eltern (d.h. Papierlieferanten, Verteidiger ihrer Arbeitsgeräte, auf komische Tastaturen drückende, stille, ernste Wesen) um?

Diese und andere Fragen tauchen in den Lyrik- und Prosabeiträgen der oben erwähnten AutorInnen auf. Interessant war für uns (als HerausgeberInnen) wie unterschiedlich dabei die Sichtweisen auf der einzelnen AutorInnen ausfielen. Aufgelockert wurden die Textbeiträge von Fotos der Kinder der AutorInnen und Zeichnungen, sowie von Fotos, die AutorInnen von eigenen Kindern machten.

 

Andreas Unterweger/ Bernadette Schiefer (Hrsg.) „Mein Kind ist ein Vogerl“  (Anthologie)

Verlag Edition Yara //  123 Seiten // Broschurbindung // mit Fotos und farbigen Illustrationen //  ISBN 978-3-9503202-8-2 // Preis: 20 Euro

Bestellen


  fotocredit Bernadette Schiefer

 

 

 
VON ICHPROTHESEN UND IKONEN

Jorghi Poll (Hg.)

Theatertexte von Izy Kusche, Ursula Scheidle, Claudia Tondl, Philipp Weiss

188 Seiten | 16 Euro | ISBN: 978-3-9503202-9-9 | Edition Yara

Auf der Bühne dreht sich die Welt ins Unbekannte: Seifenblasenutopien, Höllenfahrten, Traumfabriken, Irrenhäuser, Komabetten und ein Lift ins Nirgendwo. Machen Sie Bekanntschaft mit Hoffenden und Leidenden, Nörglerinnen und Liebesmachern, Mythen, Geistern und Ikonen – erleben Sie in den Stücken »Alkestis-Theorem« von Izy Kusche, »Zyklop – oder eine phantasmagorische Reise zum dunklen Firmament« von Claudia Tondl, »Letzter Halt: Plattform 80« von Ursula Scheidle und »Seifenblasenoper. Eine Kritik der runden Vernunft« von Philipp Weiss das Unbekannte auf neue Art.

Die Theateranthologie entstand in Zusammenarbeit mit Jorghi Poll, Verleger der Edition Atelier und selbst Autor zahlreicher Stücke. Die Anthologie wurde von der Kulturabteilung der Stadt Wien subventioniert.

von_ichprothesen_und_ikonen_schutzumschlag.indd

fotocredit Bernadette Schiefer

 

Bestellen